Donnerstag, 26. März 2020

Artikel: Corona-Virus – Krise, Weckruf oder Chance?


Meine persönliche Korona (lat. für „Kranz“) habe ich schon im Vorjahr verloren. 

Nach über vier Monaten starken Erkältungssymptomen – ja, sie haben richtig gelesen, ich meine Monate und nicht Wochen – mit lästigem Husten, Schnupfen und teilweise lebensbedrohlicher Atemnot war ich komplett am Ende meiner Kräfte und ließ beim Facharzt ein ganz großes Blutbild machen. 


Schulmedizinische Medikamente sowie Unmengen an Pflanzenpräparaten und hochdosierten Vitaminen hatten keinerlei mehr Wirkung gezeigt. Die Symptome blieben hartnäckig und brachten mich in eine nie gekannte Erschöpfung hinein, die es mir nahezu unmöglich machte, mein gewohntes Arbeitspensum als Selbständige auch nur im Ansatz beizubehalten. 

Ich rutschte in die Aufstockung durch das Jobcenter hinein und hatte erst mal nur ein Ziel: Wieder gesund werden und dann mein Leben wieder einigermaßen in den Griff zu bekommen. Und die finanziell belastende Situation wieder beenden.

Bevor ich mich damit beschäftigen konnte, musste ich allerdings erst mal zwei niederschmetternde Diagnosen verkraften: Eppstein-Barr-Virus (nie gehört …) und Immunschwäche. Irreparabel und wahrscheinlich schon angeboren – einzige Chance: Alle zwei Wochen beim Arzt eine Infusion mit Immunglobulinen erhalten, um wenigstens das Immunsystem vor weiteren Angriffen von außen zu stützen. Der Virus musste sich von allein zurückziehen – und da half nur Ruhe und Schonung.  Medikamentöse Behandlung: unbekannt.

Es dauerte weitere drei Monate mit viel Müßiggang und selbst gemixten Vitamin-Cocktails, bis ich einigermaßen wieder auf den Beinen war. Aber ich hatte noch nicht die Kraft, mich an die Fortführung meiner Selbständigkeit zu wagen. Was, wenn ich wieder so einen gesundheitlichen Einbruch bekam, der mir komplett den Boden unter den Füßen weg zog?

Ich suchte mir einen Job als Coach und Ausbilderin bei einem regionalen Bildungsträger und gewöhnte mich an regelmäßige Arbeitszeiten, Kollegen und unselbständige Arbeit. Das regelmäßige Gehalt tat nach Jahren der Selbständigkeit mit unregelmäßigem Einkommen wirklich gut und meine Gesundheit und die persönliche Situation stabilisierten sich weiter. 

Und dann hörten wir von einem Virus irgendwo in China – und dachten uns noch nichts dabei. Unser tägliches Leben lief noch weiter wie zuvor. Aber nur drei Wochen, denn dann war der Virus mit seinem dramatisch schnellen Verlauf schon in unserer Region gelandet. Und ich hatte von meinem fürsorglichen Arbeitgeber, der natürlich von meiner Immunkrankheit wusste, ein Einschreiben mit einem Beschäftigungsverbot im Briefkasten. 

Plötzlich saß ich allein Zuhause und mein Leben stand erneut Kopf. Ein kleiner, mit dem bloßen Auge nicht sichtbarer Keim – diesmal ein anderer … – bestimmte über mein weiteres Leben. Bildungsträger und Schulen durften nicht weiter arbeiten, Restaurants mussten schließen – Sie kennen die Geschichten zur Genüge aus den täglichen Nachrichten.

Ich bin diesmal in einer etwas komfortableren Situation. Ich habe schon mit der Dramatik in einer ähnlichen Situation Bekanntschaft gemacht und kann heute anderen helfen, damit klar zu kommen. Ich weiß, welche drastischen Erfahrungen die Menschen gerade machen, nur war mir bis vor wenigen Wochen das Ausmaß, dass diese Krise annehmen würde, alles andere als klar.

Aus meiner Sicht kann ich Ihnen nur folgendes raten:

1.) Bleiben Sie trotz allem ruhig. Nehmen Sie die Lage ernst, aber verbreiten Sie bitte keine unnötige Panik. Versuchen Sie weiterhin positiv zu denken. Kommt Zeit – kommt Lösung!

2.) Tun Sie etwas für sich und wenn Sie dann noch Kraft haben, helfen Sie anderen Menschen, die es gerade nicht mehr können, bspw. ältere Menschen oder Kranke.

3.) Halten Sie sich über die aktuelle Situation auf dem Laufenden, treffen Sie alle nötigen Vorkehrungen um nicht selbst krank zu werden und unterstützen Sie ihr eigenes Immunsystem mit gesunder Ernährung und modernen Nahrungsergänzungsmitteln (www.gesundheitsparty.de). 

4.) Halten Sie Abstand zu immun-geschwächten und anderen kranken Personen und Senioren.

5.) Hamsterkäufe sind nicht nötig, das normale Leben wird weitergehen, wenn auch etwas eingeschränkt.

6.) Erledigen Sie eins nach dem anderen und wenn Sie mentale Unterstützung brauchen, wenden Sie sich an die Familie, Freunde oder an mich.

Und noch eines: In absolut jeder Krise ist meiner Erfahrung nach eine ganz große Chance enthalten. Vielleicht ist die Corona-Krise für viele ein Weckruf, sich über das bisherige Leben intensive Gedanken zu machen. Vielleicht erkennt so manch einer, dass er schon vor Monaten oder Jahren etwas hätte verändern sollen. 

Das alles kann Schmerzen verursachen und vielleicht unbekannte Emotionen auf die Bühne des Lebens holen. Das ist aber nicht schlimm, sondern nur ein vorübergehender Prozess der Veränderung. Das ist wie das wunde Knie, von denen wir als Kinder so einige hatten. Eine Weile tut es weh und am Ende haben wir besser laufen gelernt! Und das alles, weil wir die Chance zu lernen und uns zu entwickeln genutzt haben.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie gesund bleiben und diese Krise als Chance für sich selbst nutzen.

Gudrun Anders 

"Lokale Wirtschaft unterstützen"


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Samstag, 7. März 2020

Short story: Die lästige Prozentrechnung ...

Bild von pixabay.com - Gerd Altmann
(c)  Gudrun Anders


Heute Morgen gab ich kaufmännischen Unterricht bei einer Gruppe von Langzeit arbeitslosen Menschen. Ich hatte einige Rechenübungen zur Prozentrechnung im Gepäck und wollte ein wenig die grauen Gehirnzellen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen aufmöbeln.

Ein bisschen rechnen kann dabei nicht schaden, schließlich muss mal als Kaufmann oder Verkäufer öfter mal den schnellen Überblick behalten. Und ich finde nichts peinlicher, als wenn man sich beim überschlägigen Rechnen sehr vertut. 10% von 1.000 sind eben nicht 35 Euro.

Ich hatte online nach Übungsaufgaben gesucht und mir einige aus einem Schülerportal herunter geladen. Es waren Übungen aus der 8ten Klasse, die eigentlich alle meine Teilnehmer besucht haben sollten.

Die erste Aufgabe war noch recht harmlos: 64% sind 16 Schüler. Wie viele Schüler sind in der Klasse?
Schon stöhnten die ersten. „Boah, Frau Anders. Wissen Sie wie lange das her ist? Ich hab vor über 35 Jahren die Schule besucht! Mathe hab ich nie gebraucht in meinem Beruf. Und jetzt soll ich mich noch an Prozentrechnung erinnern?“

Eine andere Frau meinte: „Haben Sie mal nen Taschenrechner für mich. Damit kriege ich die Aufgaben vielleicht gelöst….“ Wortlos schob ich ihr meinen Taschenrechner herüber.

Ein anderer älterer Mann, der kurz vor der Rente stand, kratzte sich am bereits kahlen Hinterkopf: „50 Prozent ausrechnen hätte ich ja noch im Kopf geschafft. Aber 64 Prozent … Ich passe!“

Aus der letzten Reihe ertönte plötzlich lautstark: „Ich hab‘s! Ich hab’s!“ Der Mitdreißiger grinste bis über beide Ohren.

Ich war beeindruckt, aber irgendwas war auch faul an der Sache. Schon stand der junge Mann auf und kam mit seinem Handy in der Hand zu mir. Lachend zeigte er mir das Display, auf dem die Lösung prangerte.

Ich war verdutzt. „Wie haben Sie das gemacht?“

Er grinste noch mehr und beugte sich etwas zu mir herunter. Ins Ohr flüsterte er mir: „Wenn Sie Übungsaufgaben ausdrucken, sollten sie beim Kopieren vielleicht den QR-Code verdecken. Sonst kann jeder die Lösungen online abrufen!“ Noch immer grinsend ging er wieder zu seinem Platz.

Von der linken Seite meldete sich ein anderer Mann zu Wort: „Nee, Frau Anders. Ich bin jetzt 51 und hab’s bis hierher ohne Prozentrechnung geschafft. Ich nehm‘ jetzt Google zu Hilfe!“ Sprach’s und zückte sein Handy. „Hey Google. Rechenaufgabe. 64 Prozent sind 16. Wie viel sind 100 Prozent?“
Prompt kam die Antwort von Doktor Google: „Immer mehr Schüler fallen durchs Abitur.“
Die ganze Gruppe bog sich minutenlang vor Lachen.

Als der Lachanfall endlich vorbei war, meinte eine junge Frau: „So aus dem Kopf müssten das vielleicht 20 Schüler sein. Oder auch mehr. Ich weiß nicht so recht.“

Von allen Seiten kam aber zustimmendes Nicken. Mit diesen Ungefähr-Angaben wollte man sich dann eigentlich für heute zufrieden geben.

Ich schüttelte etwas den Kopf und meinte dann lachend: „Diese Milchmädchen-Rechnungen gelten nur dann, wenn ich mir von Ihnen viel Geld leihe. Dann bin ich mit den Rückzahlungen der Raten schnell fertig!“

Diesmal griffen alle hastig zu Schreibgerät und Taschenrechner. Nach einigen Minuten und auch Diskussionen über den richtigen Rechenweg war man sich dann einig, das 25 Schüler in der Klasse waren. Stimmt’s?


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Weitere stories dieser Art finden SIe in meinem Buch

"Life is a story"

Hören oder lesen Sie gern kurze Geschichten aus dem Leben von anderen Menschen? Dann lade ich Sie ein, diese “short stories” aus meinem Leben zu lesen. Diese wahren Ereignisse sind zum Lachen, Weinen und manchmal einfach nur, um einen kurzen Moment inne zu halten, das eigene Leben zu reflektieren und darüber nachzudenken.

Das einzige, was wir wirklich mit anderen Menschen teilen, sind die berührenden Momente, die uns das Leben schenkt. Kein noch so schönes Erinnerungsstück kann uns die wahren Momente mit all den Emotionen, von denen sie begleitet werden, ersetzen.

In unserer schnelllebigen Zeit, in der wir oft durch unser Leben hasten, ist es hilfreich, diese Alltagssituationen aufzuschreiben. Die Wiederentdeckung dieser kleinen Geschichten beim nochmaligen Lesen, ermahnt uns, mit diesem Geschenk des Lebens achtsamer und aufmerksamer umzugehen und das Leben mehr zu genießen.

Ich wünsche Ihnen Freude, gute Unterhaltung und ein paar ruhige Momente mit diesen kurzen Geschichten aus meinem Leben.

ISBN: 9783750274594 | 120 Seiten | 10 Euro 

Die Printversion können SIe hier oder über jede gute Buchhandlung bestellen:
https://www.epubli.de/shop/autor/Gudrun-Anders/4172



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