Samstag, 11. April 2020

Interview | Corona-Krise: Zuversicht und Mut verbreiten!

Dagmar Wirtz hat das Unternehmen 3win im Jahr 1999 gegründet. Die Maschinenbau GmbH ist Spezialist im Sondermaschinenbau – für die Unternehmerin ein Synonym für gebaute Innovationen: „Mit viel Pragmatismus und partnerschaftlichem Denken beliefern wir Kunden aus dem High-Tech-Sektor, hierzu gehören unter anderem die Lebensmittel-Verpackungsindustrie und auch Kunden aus der Medizintechnik.“ Seit vielen Jahren ist die 3win GmbH auch anerkannter Partner der Hochschulen in öffentlichen Forschungsvorhaben.

„Wenn man schon einige Jahre selbstständig ist, hat man auch schon die ein oder andere Krise meistern müssen“ meint Frau Wirtz. „Der Unterschied ist heute, dass dieser Virus nicht greifbar ist und auch bei vielen Menschen Angst auslöst. Hier helfen keine staatlichen Zusagen zur finanziellen Unterstützung. Es geht darum Zuversicht und Mut zu verbreiten und gemeinsam diese Krise zu überstehen.“

Es gibt auch durchaus positive Effekte dieser Krise, erzählt die Geschäftsführerin: „Als mein Betriebsleiter von heute auf morgen in die häusliche Quarantäne versetzt wurde, weil seine Frau als Intensivschwester positiv getestet wurde, haben wir unseren Digitalisierungsprozess drastisch beschleunigt. So konnte er aus dem Wohnzimmer heraus die Produktion planen und die Arbeitsvorbereitung erledigen!“

An diesem Punkt gilt es künftig weiter zu machen: „Ich agiere von Tag zu Tag und hoffe, dass ich unser Team mit vielen Schutzmaßnahmen und guter Laune gut durch diese stark herausfordernde Zeit bringe!“

Die aktuelle Krise hat auch Auswirkungen auf das Privatleben der Unternehmerin: „Es entschleunigt die Freizeit. Ich genieße die Zeit zuhause und im Garten. Ich telefoniere täglich mit meiner Mutter und der Tochter. Man achtet einfach noch mehr als sonst darauf, dass es allen gut geht.“

Viele Dinge bekämen nun eine andere, eine neue Wertschätzung, meint die Aachenerin. „Man wird ein wenig demütig und dankbar dafür, dass es uns in dieser nicht so komfortablen Situation doch eigentlich noch recht gut geht!“

Wir fragten Frau Wirtz: „Was geben Sie anderen Selbständigen mit auf den Weg um die Krise gut zu überstehen?“ Sie überlegt nicht lange und antwortet: „Auf jeden Fall motiviert weiter zu arbeiten und positiv in die Zeit danach zu schauen! Wir schaffen das, wenn wir zusammen halten!“ 

----------------------

Dagmar Wirtz, 3win Maschinenbau GmbH, www.3win.de
Textbearbeitung: Gudrun Anders, www.gudrun-anders.de

Freitag, 10. April 2020

Artikel | So stärkst du deine Intuition

(c) pixabay.com
So stärkst du deine Intuition 
Text: Gudrun Anders (c), Aachen

Die Intuition ist ein sehr wichtiger – wenn nicht der wichtigste - Ratgeber in unserem Leben. Die Zuverlässigkeit und unser Vertrauen in die Intuition wachsen, wenn wir sie regelmäßig trainieren, denn Muskeln wachsen dem Körper auch nicht „einfach so“. Man muss schon ein bisschen dafür tun.

In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Intuition stärken und nachhaltig fördern kannst.


Was ist denn eigentlich Intuition genau?

Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „genau hinsehen“ oder auch „etwas unmittelbar anschauen“.

Aber wo sehen wir denn genau hin? Die Antwort ist leicht: Auf die Gesamtheit aller unserer Eindrücke, Erfahrungen und all unser Wissen. Alles ist in uns, unserem Gedächtnis, gespeichert. Nichts, was wir je erfahren oder erlebt haben, ist vergessen worden. Alles ist prinzipiell auch wieder abrufbar.

Nur wäre unser bewusstes Sein damit ein bisschen überfordert, wenn jederzeit alle Eindrücke an die Oberfläche unseres Seins kommen würden. Wir wären in vielen Situationen überfordert, ständig abgelenkt, könnten uns weniger konzentrieren und fast nicht fokussieren auf das, was wir gerade tun müssen, beispielsweise Auto fahren. Es hätte fatale Folgen für uns! Daher filtert das Gehirn und vieles sackt ins so genannte „Unbewusste“ ab. Was eben nicht heißt, dass es vergessen wäre. Es ist nur „in der Ablage“ oder „im Archiv“.

So gesehen ist die Intuition eine unbewusste Form der Verarbeitung von Informationen. Mit Hilfe dieser „inneren Stimme“ können Einsichten in komplexe Sachverhalte erlangt und Gesetzmäßigkeiten gegliedert werden – ohne dass wir etwas dazu tun.

Über die Kraft der Intuition können wir herausfinden, ob Entscheidungen für uns stimmig sind oder eben nicht. Daher ist sie in den meisten Fällen unser bester Ratgeber, denn sie bezieht alle Umstände, die für wichtige Entscheidungen herangezogen werden sollten, mit ein. Oft sind es nämlich die Entscheidungen, die nur mit Kopf oder Bauch getroffen werden, die uns im Nachhinein Unannehmlichkeiten bereiten. Vielleicht hast du das selbst schon einmal erlebt. …

Intuition basiert auf unseren – und nur unseren eigenen – Erfahrungen und damit ist ein sehr kreativer und eigentlich auch lebendiger Prozess. Die Intuition bezieht sich wiederholende Muster genauso ein wie Gefühle und emotionale Erfahrungen. So können gesicherte Entscheidungen getroffen werden.

Das ist ein recht komplexer Vorgang, an dem verschiedene Areale im Gehirn beteiligt sind. Unsere Vorfahren konnten durch die Kraft der Intuition Gefahren leichter erkennen, fanden ihre Nahrung und auch das nötige Wasser, und konnten so letztlich ihr Überleben sichern.

Vergessen sollten wir auch eines nicht: Die Intuition ist der schnelle Weg zu der Antwort auf eine Frage. Es gibt nichts Schnelleres. Kein noch so schneller Computer dieser Welt könnte so eine individuelle Entscheidung, die Verstand, Gefühl und Erfahrung mit einbezieht, jemals so schnell treffen!


Ist es eine gute Idee der Intuition zu vertrauen?

Das rationale Denken ist deutlich langsamer als die Intuition. Das bewusste Denken hat manchmal jedoch den leichten Vorteil: Es erkennt Fehler der intuitiven Wahrnehmung, da es diese bewusst zur gegebenen Situation in Beziehung setzen kann.

Fehlbewertungen können entstehen, wenn wir auf stark auf frühere Erfahrungen zurückgreifen und diese dann für uns verallgemeinern ohne noch einmal reflektiert zu haben. Wir gehen in so einer Situation dann fälschlicherweise davon aus, dass unsere Intuition IMMER richtig sein muss. Sie hat aber vielleicht eine Situation als Vergleich herangezogen, die von der heutigen stark abweicht – durch andere Umstände, andere Menschen, andere Orte, andere Gefühle.

Wir sollten uns also nicht grundsätzlich auf die Intuition allein verlassen. Manchmal spielen auch (unbewusste) starke Gefühle eine große Rolle bei Entscheidungen. Ebenso starke Denkmuster, die wir nicht verändern möchten.

In häufig sich wiederholenden Situationen ist unsere Intuition enorm treffsicher. Können wir dagegen auf nur sehr wenige Vorerfahrungen zurückgreifen, ist sie oftmals unsicherer. Wir sollten hier unserer Wahrnehmungen vertrauen, denn das Denken und das Bauchgefühl wollen beide gehört und erhört werden.


Der schnellste Weg geht über den Körper 

Dass der Weg der Körperwahrnehmung schnell ist, heißt jedoch nicht, dass er gleichzeitig der sicherste Weg ist! Setzen wir nämlich die Intuition in einen falschen Bezugsrahmen, werden die Antworten, die wir hören und spüren, ungenau. Dennoch hat die Intuition eine weit höhere Trefferquote als rein rationale Entscheidungen das jemals haben werden. Setzen wir die Intuition in unserem täglichen Leben ein, bleiben wir „mehr im Fluss“ und stecken weniger in schier endlosen Gedankenschleifen fest.

Bei sehr wichtigen und folgenschweren Entscheidungen bleibt jedoch abzuwägen, ob es bei dieser Entscheidung um Schnelligkeit (Gefahr) oder auch um Sicherheit (Existenz) geht. Geht es um existentielle und weitreichende Dinge, macht es Sinn die intuitive Wahrnehmung durch eine rationale Einschätzung zu ergänzen.


So trainierst du deine Intuition 

1. Entscheide dich, deiner Intuition zu vertrauen. Das geht besser, je häufiger du darauf vertraust, dich intuitiv zu entscheiden. Je häufiger du dich traust, desto mehr lernst du, dich auf deine Intuition zu verlassen.

2. Nutze die Stille als deinen Ratgeber. Reduziere äußere Eindrücke so weit wie möglich, damit du der inneren Stimme lauschen kannst, die du in der Stille weitaus besser hören kannst.

3. Hör auf zu tun, entspanne dich und gehe in den Modus „einfach da sein“. Das öffnet dir die Türen für deine innere Stimme am allerbesten.

4. Werde achtsamer im Umgang mit dir selbst und anderen. Durch Achtsamkeit übst du das reine, durch den Verstand ungefärbte Wahrnehmen. Achtsamkeitsübungen sind wunderbar dazu geeignet, um Ablenkungen in deiner Umgebung herauszufiltern, um ganz bei dir zu bleiben. Achtsamer Umgang beruhigt die oft durch äußere Einflüsse überreizten Gehirnwellen und verfeinert dadurch deinen Wahrnehmungsprozess. Die Intuition wird dadurch deutlicher wahrnehmbar.

5. Wenn du dir unsicher bist, frage dich, ob in der Situation bedachtes oder schnelles Vorgehen wichtig ist. Wenn es Schnelligkeit dran ist, entscheide intuitiv.

6. Spüre auch im Alltag immer häufiger in dich hinein und lausche darauf, was deine innere Stimme zu sagen hat. Wenn es außen still um dich herum wird, kannst du besser nach innen hören. Die Intuition spricht oftmals zuerst über deinen Körper zu dir, z.B. durch kleine Gefühlsregungen. Spüre nach, umso eher wirst du wissen, was für dich „stimmig ist“.

7. Übe intuitive Wahrnehmung über dein Einfühlungsvermögen, das jedem Menschen inne wohnt. Du trainierst deine Empathie, wenn du anfängst andere Menschen wahrzunehmen und deren Reaktionen und Verhaltensweisen zu beobachten. Es ist kein Hexenwerk und nicht für spätere manipulative Zwecke gedacht. Sondern es ist das intuitive Wahrnehmen der Körpersprache von anderen Menschen, Wahrnehmung ihrer Mimik, der Gestik und der Stimme. All das wird dir ein Gefühl für die Befindlichkeiten des anderen geben. Je mehr du es trainierst, desto (treff)sicherer wirst du.

8. Übe und pflege deine Kreativität. Kreativität ist die Umsetzung deiner Erfahrungen und Intuition in die entgegengesetzte Richtung. Es ist der schöpferische Ausdruck, du bringst durch deine Kreativität etwas in eine neue Form. So verbindest du dich mit deiner inneren Stimme, verleihst ihr Ausdruck und machst deine Gedanken und Vorstellungen klarer und für andere sichtbar.

9. Informationen von außen sind wichtig, um auf dem Laufenden zu bleiben und mitzubekommen, was so in der Welt los ist. Wir lernen auch aus den Erfahrungen anderer, ohne drastische Erfahrungen selbst machen bzw. erleben zu müssen. Gelerntes wird von deiner Intuition berücksichtigt.

10. Vertraue deinen Körperwahrnehmungen, denn dein Körper ist ein feines Instrument. Er meldet sich bei dir durch vielerlei Zeichen, wenn etwas gerade nicht stimmig ist. Du hast dann die Chance, es zu korrigieren.

11. Schreibe dir Gedanken, Ideen, Träume und innere Impulse auf, vielleicht in einer Art Tage- oder Ideenbuch. Auch durch das Aufschreiben aktivierst du deine innere Stimme und vermeidest so, dass Dinge in Vergessenheit geraten. Unser Verstand ist oftmals sehr trickreich, gerade bei Dingen, von denen er dann meint, dass diese in irgend einer Weise anstrengend sein könnten … Manchmal hindert er uns so glücklich(er) zu werden, denn die innere Stimme wird einfach untergebuttert. Das muss nicht sein …


Resümee:

Intuitiv(er) leben ist möglich und bedeutet vor allem, Vertrauen in sich selbst und die eigenen Wahrnehmungen zu lernen. Wenn du es zulässt, dich mehr und mehr auf dich selbst zu verlassen, verbesserst du die Beziehung zu dir selbst und zu deinem Körper. Intuition ist eine Fähigkeit, die geübt werden kann. Je häufiger du ihr vertraust, desto treffsicherer wird sie. Garantiert.


Mittwoch, 8. April 2020

Interview | Corona und das Therapeutische Reiten

Therapeutisches Reiten ist seit Jahrzehnten eine bekannte Therapiemethode, bei der das Pferd in unterschiedlichen Fachbereichen seinen Einsatz findet. Die Zielgruppen sind
Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene mit körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Entwicklungsstörungen oder Behinderungen.

Doch trotz des Wissens um die positive Wirkung der pferdegestützten Interventionen werden nur in wenigen Einzelfällen diese Maßnahmen von Kostenträgern übernommen. Pferdegestützte Interventionen, die von erfahrenen Fachkräften angeboten werden, bauen auf großem sozialen Engagement der Mitarbeiter auf. Die Bezahlung der hochqualifizierten Fachkräfte ist gleichzusetzen mit der mäßigen Vergütung eines Reitlehrers.

Diese Probleme kennt auch der Lohner Hof, der als Reit- und Therapiezentrum e.V. bekannt ist. Hier kommen normalerweise wöchentlich rund 100 Klienten / Patienten /Behindertensportler für unterschiedlichste, pferdegestützte Angebote auf die Anlage. Sechs qualifizierte Fachkräfte ¬ unter ihnen Physiotherapeuten, Sozialpädagogen und Heilpraktiker – stehen für die Therapie zur Verfügung. Neun ausgebildete Therapiepferde verrichten hier täglich ihre Arbeit. Sie werden gut ausgebildet und artgerecht gehalten.

Neben den Pferden leben noch Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen und Hühner auf dem
Lohner Hof, die ebenfalls in pädagogischen Angeboten ihren Einsatz finden. Alle diese Tiere benötigen Futter, Pflege, passende Therapieausstattung, Bewegung und vieles mehr. Der Kostenaufwand ist hoch und deckt sich nicht durch die Einnahmen aus dem Therapeutischen Reiten.

Der Lohner Hof ist auch bestrebt, seine Angebote (auch) nicht zur Elitetherapie
werden zu lassen, um möglichst jedem Menschen mit Handikap die Gelegenheit zur
Teilnahme eröffnen zu können. Für den Verein bedeutet dies jährlich große Löcher mit Spendenmitteln stopfen zu müssen, auf viel ehrenamtliche Hilfe zurückzugreifen und stetig Öffentlichkeitsarbeit zur Spendenakquise zu betreiben.

Dieses System funktionierte trotz allem bislang zufriedenstellend, doch dann kam „Corona“ und sorgt nun für leere Kassen. Die Therapien fallen zu 90% aus, weil Kindergärten und
Schulen geschlossen haben, Wohnheime ihre Bewohner zuhause halten, Eltern verunsichert
sind oder Teilnehmer zur Risikogruppe gehören.

Aber alle Tiere wollen weiter fressen, saubere Ställe haben, sie brauchen ausreichend Pflege, Bewegung und Training. Auf dem Hof leben auch ältere Therapiepferde, die über Jahre
Menschen geholfen haben und heute noch helfen, aber teure Zusatzfuttermittel zur
Gesunderhaltung benötigen. Die Weiden müssen gedüngt werden, die Mistabholung
bezahlt, die Mitarbeiter vergütet, Reparaturen durchgeführt werden.

An der Pferdeversorgung kann nicht gespart werden, damit der Betrieb wieder mit gesunden und trainierten Pferden anlaufen kann, denn die Angebote tragen für alle zum körperlichen geistigen und seelischen Wohlbefinden bei.

Veranstaltungen, auf denen der gemeinnützige Verein Spenden hätte sammeln können, fallen derzeit weg! Monatlich fehlen dem Verein derzeit rund 10.000€ und niemand weiß, wie lange diese Situation andauern wird. Aus diesem Grund hat der gemeinnützige Verein schon im Internet zu Spenden aufgerufen, in der Hoffnung, die nächste Heulieferung zahlen zu können.

Der Lohner Hof, Reit- und Therapiezentrum e.V. glaubt an sein Fortbestehen und an die Hilfe der Mitbürger!


Lohner Hof, Reit- und Therapiezentrum e.V.
Zum Hagelkreuz 31
52249 Eschweiler
Tel.: 02403/559378
Mail: lohnerhof-eschweiler @ t-online.de
web: www.lohnerhof.de

Dienstag, 7. April 2020

Artikel | Immer wieder HAIRZLICH!


Als Frisörin wollte ich einfach nur meine Berufung leben. Mit Kindern wurde mir keine würdige Arbeitsstelle geboten, daher habe ich den Weg in die Selbständigkeit eingeschlagen. Seit November 2011 bin ich als Mutter von zwei Kindern Inhaberin eines Friseursalons in Burtscheid und tue tagtäglich mein Bestes.
In den letzten Monaten habe ich neue Vollzeitkräfte eingestellt und die Gehälter erhöht. Ich wollte expandieren, aber dann kam alles anders als erwartet. Corona kam und die Kunden ließen auf sich warten. 
Trotzdem hatte ich bis dahin niemanden in Kurzarbeit gesteckt. Die Soforthilfen haben nur einen Teil abpuffern können. Aber ich habe mich verpflichtet gefühlt und die Kündigungen am nächsten Tag zurückgezogen. Ich habe lange auf diese kompetenten Mitarbeiter gewartet und hoffe, sie wissen es auch zu schätzen.
Als Mutter habe ich jetzt in der Krisenzeit gesehen, wie viel Zeit die Kinder in der Vergangenheit in fremden Händen waren und sehe, dass wir als Familie eigentlich die meiste Zeit getrennt waren. Alles läuft bei mir irgendwie weiter, doch es scheint mehr Arbeit zu sein als gewohnt. Ob und was überhaupt gerade Sinn macht, steht in den Sternen – aber ich bin es einfach nicht gewohnt nichts zu tun. Als Mutter, Ehefrau, Ausbilderin, Chefin und Unternehmerin tue ich, was ich derzeit für richtig halte, ich suche und finde in allem einen Sinn. Ruhe und Quarantäne sind sicherlich etwas anderes. Der Beruf ist nun mal auch mein Hobby.
Auch in dieser Zeit möchte ich unseren Kunden zeigen, dass wir sie vermissen und bei Fragen zum Haar gerne zur Verfügung stehen. Alles andere ist derzeit nicht möglich, denn wir können kein Haarschnitt liefern lassen. Den Selfmade-Haarschnitt kann ich nicht unterstützen, denn es könnte meine Kunden für Wochen „entstellen“.
Natürlich gibt es im Moment viele, die trotzdem die Haare gemacht bekommen. Den meisten ist sicher nicht bewusst, was sie damit anrichten, wenn sie fremde Menschen – und damit die Schwarzarbeit – in ihre eigenen Bäder lassen. Schwarzarbeit gab es zwar immer, aber im Moment wird diese aus der Not heraus gefördert. Hoffentlich unterstützen die Menschen bald wieder die Arbeitsstellen, die im Moment am seidenen Faden hängen.
Ehrlich gesagt habe ich mir im Inneren schon lange gewünscht, dass die Menschen begreifen, was wirklich wichtig im Leben ist. Und dass jeder begreift, dass nichts selbstverständlich ist. Jeder muss für alles kämpfen – in guten wie in schweren Zeiten.
Meine Devise ist: „Nur gemeinsam sind wir stark“ und meine Hoffnung ist, dass das menschliche Miteinander (wieder) etwas mehr in den Vordergrund tritt. Ich wünsche mir, dass der „normale“ Alltag wieder einkehrt und wir lernen, uns gegenseitig wertzuschätzen und zu akzeptieren. Und natürlich, das wir wieder ein normales Familienleben haben können. 
Beruflich würde ich mir wünschen, dass mein Unternehmen bestehen bleibt mit allen Kunden und natürlich dem gesamten Team.
Wir haben es in der Vergangenheit geschafft von Null etwas aufzubauen. Also können wir es wieder! Nur diesmal mit mehr Erfahrung und gemeinsam statt alleine!

Mit „hairzlichen“ Grüßen,
Julia Kaya | Hairzlich Damen & Herrenfriseur
Burtscheider Markt 4-6 | 52066 Aachen
Tel.: 02 41 - 99 70 688
Textbearbeitung: Gudrun Anders, www.marketingberatung-aachen.de

Montag, 6. April 2020

Interview | Just do it – gemeinsam!


Interview mit dem Aachener Unternehmer Michael Tack

Ich bin seit 2010 selbstständig und seit 2016 als Produktentwickler für Lebensmittel und Show-Koch für Events in Aachen tätig. Ich arbeite außerdem als TV-Koch und Food-Moderator für Sendungen und Messen. Ich liebe diese Arbeit – gehe darin auf.

Die Corona-Pandemie hat meine Selbstständigkeit allerdings innerhalb von nur wenigen Tagen komplett verändert. Täglich wurden Kochaufträge und bereits geplante TV-Sendungen abgesagt. Aus Angst vor dem Virus ist ein absoluter Stillstand eingetreten und ich muss nach anderen Wegen umsehen.

Ob ich eine Idee habe, wie es weiter geht? Im Moment kann ich – wie viele andere auch – nur für danach planen. Als Show-Koch werde ich in dieser Zeit von anderen einfach nicht gebucht. Und bei den TV-Sendern sind neue Koch-Sendungen nicht gefragt. Das Thema Corona steht auch da absolut im Vordergrund. Das einzige, was ich persönlich für mein Unternehmen tun konnte: Stundungen von laufenden Kosten beantragen, um die Auswirkungen des entstandenen Schadens möglichst weit hinauszuzögern.

Ich hoffe auf eine hoffentlich schnelle Beendigung der Krise, um danach mit vielen Synergien wieder neu durchzustarten. Ich denke, ich werde halbwegs von vorn anfangen müssen. Nach der Krise hoffe ich, neue Aufträge als Show-Koch zu bekommen und möchte dann gern wieder im TV als Koch Fuß zu fassen.

Es ist schon interessant, was dieser Virus mit meinem Leben gemacht hat. Am Anfang der Krise hatte ich natürlich Angst krank zu werden, später überkam mich mehr die Angst vor dem Existenzverlust. In den Wochen bin ich chilliger geworden und habe das Gefühl zu Entschleunigen. Ich habe mehr Zeit für soziale und solidarische Projekte, wie beispielsweise auch dieser Hilfsfond für Selbständige. Ja, und mein Privatleben kann ich als Single ja Gott sei Dank gut selber gestalten.

Wenn ich drei Wünsche frei hätte, würde ich mir von Herzen wünschen, dass der ganze Spuk schnell vorbei ist. Und natürlich, dass ich gesund bleibe und beruflich schnell wieder durchstarten kann. Außerdem finde ich: Wir Menschen sollten endlich mehr zusammenstehen und zusammenarbeiten. Es wäre toll, wenn dieser Wunsch in Erfüllung gehen würde!

Das wäre auch das, was ich anderen Selbständigen mit auf den Weg geben würde, um die Krise gut zu überstehen. Da gibt es für mich nämlich eine ganz klare Ansage: Gerade in dieser Krise sollten wir endlich mal etwas TUN, nicht nur erzählen und dann von der Bildfläche verschwinden. Und der ein oder andere sollte langsam mal von seinem hohen Ross runterkommen. 

Als Macher sage ich immer „Just Do It”. Nur GEMEINSAM können wir wirklich etwas bewirken!


FOODatTACK
Michael Tack
Schönforstwinkel 4
D-52078 Aachen

Tel.:  +49 (0) 160/380 49 37
mailto:      info@food-at-tack.de
Internet:    www.food-at-tack.de

Textbearbeitung: (c) Gudrun Anders, www.marketingberatung-aachen.de

Die meistgelesenen Artikel dieses Blogs: