Artikel | So stärkst du deine Intuition

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So stärkst du deine Intuition 
Text: Gudrun Anders (c), Aachen

Die Intuition ist ein sehr wichtiger – wenn nicht der wichtigste - Ratgeber in unserem Leben. Die Zuverlässigkeit und unser Vertrauen in die Intuition wachsen, wenn wir sie regelmäßig trainieren, denn Muskeln wachsen dem Körper auch nicht „einfach so“. Man muss schon ein bisschen dafür tun.

In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Intuition stärken und nachhaltig fördern kannst.


Was ist denn eigentlich Intuition genau?

Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „genau hinsehen“ oder auch „etwas unmittelbar anschauen“.

Aber wo sehen wir denn genau hin? Die Antwort ist leicht: Auf die Gesamtheit aller unserer Eindrücke, Erfahrungen und all unser Wissen. Alles ist in uns, unserem Gedächtnis, gespeichert. Nichts, was wir je erfahren oder erlebt haben, ist vergessen worden. Alles ist prinzipiell auch wieder abrufbar.

Nur wäre unser bewusstes Sein damit ein bisschen überfordert, wenn jederzeit alle Eindrücke an die Oberfläche unseres Seins kommen würden. Wir wären in vielen Situationen überfordert, ständig abgelenkt, könnten uns weniger konzentrieren und fast nicht fokussieren auf das, was wir gerade tun müssen, beispielsweise Auto fahren. Es hätte fatale Folgen für uns! Daher filtert das Gehirn und vieles sackt ins so genannte „Unbewusste“ ab. Was eben nicht heißt, dass es vergessen wäre. Es ist nur „in der Ablage“ oder „im Archiv“.

So gesehen ist die Intuition eine unbewusste Form der Verarbeitung von Informationen. Mit Hilfe dieser „inneren Stimme“ können Einsichten in komplexe Sachverhalte erlangt und Gesetzmäßigkeiten gegliedert werden – ohne dass wir etwas dazu tun.

Über die Kraft der Intuition können wir herausfinden, ob Entscheidungen für uns stimmig sind oder eben nicht. Daher ist sie in den meisten Fällen unser bester Ratgeber, denn sie bezieht alle Umstände, die für wichtige Entscheidungen herangezogen werden sollten, mit ein. Oft sind es nämlich die Entscheidungen, die nur mit Kopf oder Bauch getroffen werden, die uns im Nachhinein Unannehmlichkeiten bereiten. Vielleicht hast du das selbst schon einmal erlebt. …

Intuition basiert auf unseren – und nur unseren eigenen – Erfahrungen und damit ist ein sehr kreativer und eigentlich auch lebendiger Prozess. Die Intuition bezieht sich wiederholende Muster genauso ein wie Gefühle und emotionale Erfahrungen. So können gesicherte Entscheidungen getroffen werden.

Das ist ein recht komplexer Vorgang, an dem verschiedene Areale im Gehirn beteiligt sind. Unsere Vorfahren konnten durch die Kraft der Intuition Gefahren leichter erkennen, fanden ihre Nahrung und auch das nötige Wasser, und konnten so letztlich ihr Überleben sichern.

Vergessen sollten wir auch eines nicht: Die Intuition ist der schnelle Weg zu der Antwort auf eine Frage. Es gibt nichts Schnelleres. Kein noch so schneller Computer dieser Welt könnte so eine individuelle Entscheidung, die Verstand, Gefühl und Erfahrung mit einbezieht, jemals so schnell treffen!


Ist es eine gute Idee der Intuition zu vertrauen?

Das rationale Denken ist deutlich langsamer als die Intuition. Das bewusste Denken hat manchmal jedoch den leichten Vorteil: Es erkennt Fehler der intuitiven Wahrnehmung, da es diese bewusst zur gegebenen Situation in Beziehung setzen kann.

Fehlbewertungen können entstehen, wenn wir auf stark auf frühere Erfahrungen zurückgreifen und diese dann für uns verallgemeinern ohne noch einmal reflektiert zu haben. Wir gehen in so einer Situation dann fälschlicherweise davon aus, dass unsere Intuition IMMER richtig sein muss. Sie hat aber vielleicht eine Situation als Vergleich herangezogen, die von der heutigen stark abweicht – durch andere Umstände, andere Menschen, andere Orte, andere Gefühle.

Wir sollten uns also nicht grundsätzlich auf die Intuition allein verlassen. Manchmal spielen auch (unbewusste) starke Gefühle eine große Rolle bei Entscheidungen. Ebenso starke Denkmuster, die wir nicht verändern möchten.

In häufig sich wiederholenden Situationen ist unsere Intuition enorm treffsicher. Können wir dagegen auf nur sehr wenige Vorerfahrungen zurückgreifen, ist sie oftmals unsicherer. Wir sollten hier unserer Wahrnehmungen vertrauen, denn das Denken und das Bauchgefühl wollen beide gehört und erhört werden.


Der schnellste Weg geht über den Körper 

Dass der Weg der Körperwahrnehmung schnell ist, heißt jedoch nicht, dass er gleichzeitig der sicherste Weg ist! Setzen wir nämlich die Intuition in einen falschen Bezugsrahmen, werden die Antworten, die wir hören und spüren, ungenau. Dennoch hat die Intuition eine weit höhere Trefferquote als rein rationale Entscheidungen das jemals haben werden. Setzen wir die Intuition in unserem täglichen Leben ein, bleiben wir „mehr im Fluss“ und stecken weniger in schier endlosen Gedankenschleifen fest.

Bei sehr wichtigen und folgenschweren Entscheidungen bleibt jedoch abzuwägen, ob es bei dieser Entscheidung um Schnelligkeit (Gefahr) oder auch um Sicherheit (Existenz) geht. Geht es um existentielle und weitreichende Dinge, macht es Sinn die intuitive Wahrnehmung durch eine rationale Einschätzung zu ergänzen.


So trainierst du deine Intuition 

1. Entscheide dich, deiner Intuition zu vertrauen. Das geht besser, je häufiger du darauf vertraust, dich intuitiv zu entscheiden. Je häufiger du dich traust, desto mehr lernst du, dich auf deine Intuition zu verlassen.

2. Nutze die Stille als deinen Ratgeber. Reduziere äußere Eindrücke so weit wie möglich, damit du der inneren Stimme lauschen kannst, die du in der Stille weitaus besser hören kannst.

3. Hör auf zu tun, entspanne dich und gehe in den Modus „einfach da sein“. Das öffnet dir die Türen für deine innere Stimme am allerbesten.

4. Werde achtsamer im Umgang mit dir selbst und anderen. Durch Achtsamkeit übst du das reine, durch den Verstand ungefärbte Wahrnehmen. Achtsamkeitsübungen sind wunderbar dazu geeignet, um Ablenkungen in deiner Umgebung herauszufiltern, um ganz bei dir zu bleiben. Achtsamer Umgang beruhigt die oft durch äußere Einflüsse überreizten Gehirnwellen und verfeinert dadurch deinen Wahrnehmungsprozess. Die Intuition wird dadurch deutlicher wahrnehmbar.

5. Wenn du dir unsicher bist, frage dich, ob in der Situation bedachtes oder schnelles Vorgehen wichtig ist. Wenn es Schnelligkeit dran ist, entscheide intuitiv.

6. Spüre auch im Alltag immer häufiger in dich hinein und lausche darauf, was deine innere Stimme zu sagen hat. Wenn es außen still um dich herum wird, kannst du besser nach innen hören. Die Intuition spricht oftmals zuerst über deinen Körper zu dir, z.B. durch kleine Gefühlsregungen. Spüre nach, umso eher wirst du wissen, was für dich „stimmig ist“.

7. Übe intuitive Wahrnehmung über dein Einfühlungsvermögen, das jedem Menschen inne wohnt. Du trainierst deine Empathie, wenn du anfängst andere Menschen wahrzunehmen und deren Reaktionen und Verhaltensweisen zu beobachten. Es ist kein Hexenwerk und nicht für spätere manipulative Zwecke gedacht. Sondern es ist das intuitive Wahrnehmen der Körpersprache von anderen Menschen, Wahrnehmung ihrer Mimik, der Gestik und der Stimme. All das wird dir ein Gefühl für die Befindlichkeiten des anderen geben. Je mehr du es trainierst, desto (treff)sicherer wirst du.

8. Übe und pflege deine Kreativität. Kreativität ist die Umsetzung deiner Erfahrungen und Intuition in die entgegengesetzte Richtung. Es ist der schöpferische Ausdruck, du bringst durch deine Kreativität etwas in eine neue Form. So verbindest du dich mit deiner inneren Stimme, verleihst ihr Ausdruck und machst deine Gedanken und Vorstellungen klarer und für andere sichtbar.

9. Informationen von außen sind wichtig, um auf dem Laufenden zu bleiben und mitzubekommen, was so in der Welt los ist. Wir lernen auch aus den Erfahrungen anderer, ohne drastische Erfahrungen selbst machen bzw. erleben zu müssen. Gelerntes wird von deiner Intuition berücksichtigt.

10. Vertraue deinen Körperwahrnehmungen, denn dein Körper ist ein feines Instrument. Er meldet sich bei dir durch vielerlei Zeichen, wenn etwas gerade nicht stimmig ist. Du hast dann die Chance, es zu korrigieren.

11. Schreibe dir Gedanken, Ideen, Träume und innere Impulse auf, vielleicht in einer Art Tage- oder Ideenbuch. Auch durch das Aufschreiben aktivierst du deine innere Stimme und vermeidest so, dass Dinge in Vergessenheit geraten. Unser Verstand ist oftmals sehr trickreich, gerade bei Dingen, von denen er dann meint, dass diese in irgend einer Weise anstrengend sein könnten … Manchmal hindert er uns so glücklich(er) zu werden, denn die innere Stimme wird einfach untergebuttert. Das muss nicht sein …


Resümee:

Intuitiv(er) leben ist möglich und bedeutet vor allem, Vertrauen in sich selbst und die eigenen Wahrnehmungen zu lernen. Wenn du es zulässt, dich mehr und mehr auf dich selbst zu verlassen, verbesserst du die Beziehung zu dir selbst und zu deinem Körper. Intuition ist eine Fähigkeit, die geübt werden kann. Je häufiger du ihr vertraust, desto treffsicherer wird sie. Garantiert.


Kommentare

Anonym hat gesagt…
Danke für diesen Artikel! Sehr interessant!